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Aktuelles

Wiesenspaziergang in Breitenholz

Gemütlicher Ausklang bei Apfelschorle und Bratwurst. © VIELFALT e.V.

Am Donnerstag, den 2. Juni, lud der Verein VIELFALT zum abendlichen Wiesenspaziergang rund um Breitenholz ein. Zentrales Thema war die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen, die als Hotspot der Artenvielfalt gelten, in ihren Beständen aber kontinuierlich abnehmen. Eine wichtige Rolle zum Erhalt der Flächen spielt die Nutzung des Unterwuchses, die bei den meisten privaten Besitzer*innen heutzutage aber kaum mehr von Bedeutung ist. Das Projekt „A gmäht’s Wiesle“ soll dem entgegenwirken, indem es Wiesenbesitzer*innen und Landwirte zusammenbringt.
Der Einladung folgten knapp 50 Interessierte, die sich bei schönstem Sonnenschein rund zwei Stunden von den Fachleuten durch die vielfältige Landschaft entlang des Schönbuchs führen ließen. Bereichert wurden die angesprochenen Themen durch einige Landwirte, die ihre praktischen Erfahrungen und Herausforderungen bei der Streuobstwiesenpflege direkt an die Besucher weitergeben konnten. Der Appell daraus an die Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer: Die Nutzung des Wiesenaufwuchses komplett einem Landwirt zu übergeben, da sich nur so für beide Seiten der Aufwand verringert – Der Landwirt ist flexibel und der/die Besitzerin muss sich nicht mehr mit der Frage befassen „Wohin mit dem Mähgut?“.
Um den Teilnehmenden auch die kulinarischen Vorzüge der Streuobstwiesenpflege näher zu bringen, wurden zum Abschluss Apfelschorle und Würstchen angeboten, deren Rohstoffe zum Großteil direkt aus Breitenholz stammten.

Vor Ort biologische Vielfalt bewahren - Bis zum 1. Juli PLENUM-Antrag stellen!

Im Landkreis Tübingen stehen seit 2013 jährlich fast ein Viertelmillion Euro zur Verfügung, um direkt oder indirekt eine naturschutzorientierte Landbewirtschaftung zu fördern, Artenschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen, Menschen über Naturschutzziele aufzuklären und manches mehr. Dank des Förderprogramms PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt) konnten so in den vergangenen Jahren z.B. zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe, Wengerter, Landschaftspfleger*innen, Naturschutz-, Obst- und Gartenbauvereine etc. bei ihren umfangreichen Investitionen in Gerätschaften für die Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstwiesen und anderen Extensivflächen unterstützt werden. Aber auch die nachgelagerten Verarbeitungsstufen (Mostereien, Brennereien, Mühlen, Molkereien etc.) haben nennenswerte Schritte in Richtung Qualitätssteigerung und -sicherung mit Unterstützung von PLENUM unternommen. Insgesamt konnten für Produkte aus angepasster Bewirtschaftung schützenswerter Lebensräume die Voraussetzungen für eine langfristig erfolgreiche Regionalvermarktung gestärkt werden. Dass dabei auch einige sinnstiftende Beschäftigungsverhältnisse für Menschen mit Behinderung entstanden sind, ist ein besonderer Gewinn!So soll es weitergehen und noch verfügbare Mittel aus dem Haushaltsjahr 2022 dringend entsprechend genutzt werden! Wenn Sie schon länger über eher kurzfristig realisierbare Investitionen im Bereich der Landschaftspflege, Direktvermarktung oder der Verarbeitung naturverträglich erzeugter Rohstoffe nachdenken, melden Sie sich bitte bei uns. Wichtig ist, dass sich Ihre Ideen bis in den frühen Herbst umsetzen lassen. Nutzen Sie die Frühjahrsenergie und zögern Sie nicht! Besonders begrüßt werden stets Projekte, die eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit sozialer Benachteiligung ermöglichen.VIELFALT e.V. unterstützt Privatpersonen, Landwirt*innen, Gewerbetreibende, Initiativen, Vereine, Kommunen und andere dabei, Fördermittel aus dem Landesprogramm zu beantragen. Anträge für die zweite Förderrunde 2022 sollten bis zum 01. Juli 2022 bei VIELFALT e.V. eingereicht werden. Bitte klären Sie grundsätzlich vor der Antragstellung mit den Mitarbeiter*innen der VIELFALT-Geschäftsstelle, ob Ihre Projektidee über PLENUM Tübingen förderfähig ist und welche weiteren Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sein müssen. Das Team steht gerne für ein erstes Gespräch und zur weiteren Beratung und Antragsabwicklung zur Verfügung. 
Auch wenn Ihre Ideen eher konzeptioneller Natur (bspw. Natur-/Artenschutzprojekte oder Umweltbildungsmaßnahmen) sind und eher eine mittel- bis langfristige Umsetzung erwarten lassen, können Sie auch diese gerne schon jetzt an VIELFALT e.V. herantragen. Alle Anfragen werden auf Förderfähigkeit geprüft und ggf. in die erste Förderrunde des Folgehaushalts (2023) aufgenommen, wenn ein längerer Vorlauf erforderlich sein sollte.

Most & Meet - Wandern und Genießen im Streuobstparadies

Most & Meet © Schwäbisches Streuobstparadies e.V.

Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. lädt zur Wanderung mit Mostverkostung in den Streuobstwiesen ein. Unter dem Motto Most & Meet finden an fünf Terminen einzigartige kulinarische Wanderungen statt. Auf den Rundwegen durch das Schwäbische Streuobstparadies erwarten die Teilnehmenden vier bzw. fünf Stationen von regionalen Betrieben, die feinste Streuobstspezialitäten und Finger Food bereithalten. Tauchen Sie ein ins Streuobstparadies und genießen Sie die Aromen der Obstwiese direkt an deren Ursprungsort. Am Ende jeder Wanderrunde können Besucherinnen und Besucher sich an einem Verkaufsstand der mitwirkenden Streuobst-ErzeugerInnen mit Köstlichkeiten für zu Hause eindecken. Für die Genusswanderung inklusive Verkostungen sollten etwa zwei bis drei Stunden einplant werden.Die fünf Most & Meet-Veranstaltungen finden im Mai und Juli an verschiedenen Standorten im Schwäbischen Streuobstparadies statt (jeweils zwischen 11:00 und 16:00): ·Sonntag, 03.07.22, Göppingen (Oberholz)·Sonntag, 10.07.22, Lenningen-Unterlenningen·Sonntag, 17.07.22, Dettingen an der Erms·Sonntag, 31.07.22, Herrenberg-Kayh Eine Anmeldung zur Teilnahme ist über die Buchungsplattform der Stadt Göppingen (www.erlebe-dein-goeppingen.de/most-and-meet) unbedingt erforderlich. Die Teilnehmer-Innen buchen Zeitslots mit maximal 10 Personen. Eine Teilnahme ist für € 25,- p.P. (Lenningen & Dettingen) bzw. € 29,- p.P. (Kusterdingen, Göppingen, Herrenberg) möglich. Kinder zwischen 5 und 14 Jahren zahlen € 9,- (inkl. Glas und einer kleinen Überraschung).Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Schwäbischen Streuobstparadieses e.V..

Ein Traum in Weiß und Rosa: Veranstaltungsbroschüre „Schwäbisches Hanami“ zur Obstbaumblüte im Streuobstparadies erschienen

Noch sind die Bäume kahl, das Wetter frostig und die Wiesen im Schwäbischen Streuobstparadies gefroren. Von wärmenden Sonnenstrahlen, duftenden Blüten und summenden Bienen träumt man dieser Tage gerne. Auch im „Schwäbischen Streuobstparadies“ wird dem Frühjahr entgegengefiebert. Ab April finden daher unter dem Motto „Schwäbisches Hanami“ (japanisch = Blüten betrachten) wieder zahlreiche Veranstaltungen zur Obstbaumblüte statt. Die ortsansässigen Vereine, Museen, Betriebe und Kommunen der sechs paradiesischen Landkreise haben ein vielfältiges Programm zusammengestellt, um diese zauberhafte Jahreszeit zu erleben. Die Broschüre „Schwäbisches Hanami 2022“ liegt in zahlreichen Rathäusern, Landratsämtern, Tourist-Informationen, Museen und Hofläden in der Region aus und kann bei der Geschäftsstelle des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V. kostenlos angefordert werden. Alle Veranstaltungen sind auch der Internetseite www.streuobstparadies.de zu entnehmen.Damit keinem die „paradiesischen Blütenträume“ entgehen, startet der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. ab Mitte März wieder seinen beliebten Blüten-Ticker. Auf der Internet- und der Facebook-Seite www.facebook.com/SchwaebischesStreuobstparadies/ wird es tagesaktuelle Fotos von Apfel-, Kirschen- und Birnenknospen sowie -blüten zu bewundern geben. So sieht man auf einen Blick, wo es schon blüht im Streuobstparadies und wann sich ein Spaziergang durch den Traum in Weiß und Rosa besonders lohnt.

Runter vom Sofa, rein in die Obstwerkstatt: das neue Kursprogramm ist da!

Das Streuobst-Infozentrum des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V. in Mössingen lädt seit seiner Eröffnung im Jahr 2018 Groß und Klein zum spielerischen Lernen und Entdecken ein. Die Besucher können Spannendes und Wissenswertes rund ums Streuobst erfahren, sich als Singvogel ausprobieren, die Seele in der blühenden Wiese baumeln lassen, beim Obsternten schwitzen und ihre Fähigkeiten beim virtuellen Baumschnitt testen.

Die dazugehörige Obstwerkstatt bietet seit 2019 ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm für Erwachsene, Kinder, Teenies und Familien an. Ob Kochen, Backen, Filzen, Saft pressen oder Streuobstwiesenbaden – hier ist für jeden was dabei. Kürzlich ist nun auch das neue Programmheft für das erste Halbjahr 2022 mit dem umfangreichen Kursangebot zwischen Januar und Juli 2022 erschienen.

Informationen dazu findet man auf der Homepage des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies e.V. www.streuobstparadies.de. Zudem liegt das Kursprogramm bei vielen Touristinformationen und Rathäusern aus und kann kostenfrei unter kontakt@streuobstparadies.de bestellt werden.
Übrigens: Die Obstwerkstatt kann auch exklusiv mit einer Gruppe besucht werden. Schulklassen, Kindergeburtstage oder sonstige Gruppen sind herzlichen Willkommen!

Kontakt:
Schwäbisches Streuobstparadies e.V.
Bismarckstrasse 21
72574 Bad Urach
Telefon: 07125 – 309 32 63
e-mail: kontakt@streuobstparadies.de
www.streuobstparadies.de

Fördermöglichkeiten der Stiftung Naturschutzfonds BW

Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg bietet verschiedene Möglichkeiten der Förderung an:

Die Vereinten Nationen haben 2021 – 2030 als Dekade zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen auf der ganzen Welt ausgerufen.
Mit dem Förderschwerpunkt 2022 unterstützt die Stiftung Naturschutzfonds die Ziele der aktuellen Dekade und fördert vorbildliche Projekte in Baden-Württemberg oder mit Bezug zu Baden-Württemberg zur Wiederherstellung von Ökosystemen. Gefördert werden vielfältige Aktivitäten wie beispielsweise die Durchführung praktischer Maßnahmen zur Wiederherstellung sowie zum Schutz und zur nachhaltigen Sicherung von Ökosystemen oder Informations- und Bildungskampagnen zur Wiederherstellung von Ökosystemen.
Antragsberechtigt sind Gemeinden, Naturschutzorganisationen und im Naturschutz tätige Stiftungen. Die Zuwendung erfolgt als Teilfinanzierung und wird bis zu einer Höhe von 80.000 Euro für ein Projekt gewährt. Anträge auf eine Zuwendung von weniger als 5.000 Euro können nicht berücksichtigt werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Im Bereich Ersatzzahlungen können Mittel zweckgebunden für die Aufwertung von Natur und zur Landschaftspflege eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen in engem räumlichen Bezug zum Eingriffsort umgesetzt werden und vorab mit dem zuständigen Regierungspräsidium abgeklärt wurden.
Antragsfrist für solche Vorhaben ist der 1. Juli 2022.

Alle Unterlagen zur Antragstellung 2023 sind zu finden unter stiftung-naturschutz.landbw.de/ausschreibung

Pflegemaßnahmen an Amphibiengewässern

Der ABS (Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg e. V.) hat zur Hilfestellung für die Pflege von Amphibiengewässern, sowie alle etwaig auftretenden Fragen eine Dokumentation erstellt, welches hier mit den relevanten Informationen Antwort auf offene Fragen geben will. Dies soll helfen, die durch Amphibien genutzten Gewässer zu fordern und zu fördern um hier die Nutzbarkeit für die Amphibien zu sichern.„Handreichung zur Umsetzung von Pflegemaßnahmen an Amphibiengewässern“ ist hier zu finden.

Bewerbungen für den Landesnaturschutzpreis 2022 möglich

„Wo zwei sich treffen – Vielfalt in Saumbiotopen fördern!“ Unter diesem Motto steht der Landesnaturschutzpreis 2022. Bis zum 1. August können sich Einzelpersonen, Personengruppen, Vereine, Verbände, Stiftungen, Schulen oder Kindergärten um den Preis bewerben. Es können auch Bewerbungen vorgeschlagen werden.Mit dem Landesnaturschutzpreis 2022 werden Initiativen ausgezeichnet, die im Bereich der Neuanlage, dem Erhalt oder der Pflege von Saumbiotopen aktiv sind oder Bildungsmaßnahmen hierzu anbieten. Dabei kann es sich um ein noch laufendes oder um ein bereits abgeschlossenesProjekt handeln; es muss in Baden-Württemberg umgesetzt werden oder umgesetzt worden sein.Nähere Informationen finden Sie hier.

Streuobstanbau ist Kult!

Obstblüte auf der Streuobstwiese. © VIELFALT e.V.

Bereits im März 2021wurde der Streuobstanbau in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Deutschland aufgenommen. Nun wurde am 19.November die entsprechende Urkunde durch die deutsche UNESCO-Kommission in Düsseldorf verliehen. Geehrt wurde damit der Trägerverein "Hochstamm Deutschland e.V.", der mit über 1,3 Mio. Unterstützer-innen und Unterstützern die Aufnahme des Streuobst-anbaus in diese Kulturerbe-Liste beantragte.Bedanken möchte sich der Verein in diesem Zug bei allen Streuobst-Held(inn)en, die in der Praxis vor Ort großartiges leisten und dadurch sowohl Landschaft, als auch das immaterielle Kulturerbe des Streuobstanbaus erhalten!Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Naturschutzworkshop „Spitzberg“ am 29.10.2021

Naturschutzworkshop „Spitzberg“ in der Aula der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. © VIELFALT e.V.

Am Freitag den 29.10.2021 haben der Verein VIELFALT e.V. und die Hochschule Rottenburg zum Naturschutzworkshop „Spitzberg" eingeladen. Es fand ein fachlicher Austausch mit Fachexpert*innen über die (Weiter-)Entwicklung und Umsetzung von Pflege- bzw. Artenschutzmaßnahmen für den langfristigen Erhalt des Gebietes statt. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Naturschutz- und Forstverwaltung des Landkreises, des Regierungspräsidiums Tübingen, der Umweltämter der Gemeinden Tübingen und Rottenburg, Landschaftspfleger*innen und Naturschutzverbänden wurde beraten, wie Magerwiesen, Trockenmauern, Wacholderheiden, Gewässer und die Wälder des Spitzbergs bestmöglich gepflegt und geschützt werden sollten.
Der Workshop begann mit einer Reihe von Kurzvorträgen zur Flora und Fauna am Spitzberg und Maßnahmenvorschlägen für die verschiedenen Artengruppen: Pflanzenwelt des Offenlandes (Alfred Buchholz), Avifauna, Tagfalter und Widderchen (Thomas Gottschalk), Fledermäuse (Ingrid Kaipf), Herpetofauna, Heuschrecken und Käfer (Thomas Bamann), Libellen (Klaus Siedle) und Landschnecken (Ira Richling) am Spitzberg Tübingen. Weiter stellte Matthias Dollek seine Erfahrungen zu ausgewählten Pflegemaßnahmen vor. Hier ging es um Hütehaltung versus Koppelhaltung und Pflegemaßnahmen in Steillagen.Eine Zusammenführung der Synergien und Gegensätze einzelner Maßnahmenvorschläge eröffnete eine aktive Diskussion. Es wurden Möglichkeiten gesucht und aufgezeigt, wie die unterschiedlichen Lebensräume optimal gepflegt und wie künftig einschneidende Veränderungen der Landnutzung am Spitzberg unterbunden werden können, um diesen Hotspot Biologischer Vielfalt zu bewahren und u.a. mit Blick auf den landesweiten Biotopverbund zu entwickeln.

Erfahrungsaustausch Inklusion am 07.10.2021

AiS Mitarbeiter an der Mostpresse in Bodelshausen
AiS-Mitarbeiter an der Mostpresse in Bodelshausen. © VIELFALT e.V.

Wie kann die Verknüpfung von Naturschutz und Inklusion gelingen?
 Am Donnerstag, den 07.10.2021 luden der Verein VIELFALT, das Landratsamt Tübingen und die AiS inklusiv gGmbH zum Erfahrungsaustausch Inklusion nach Bodelshausen und Mössingen ein.Die zweiteilige Veranstaltung begann im FORUM Bodelshausen mit Grußworten und Vorträgen von Frau Margarete Mende (Stellvertretende Bürgermeisterin, Gemeinde Bodelshausen), Herrn Landrat Joachim Walter, Frau Iris Ackermann (Abteilungsleitung, Landratsamt Tübingen Abt. Soziales), Herrn Patrick Sauter (Sozialplaner, Landratsamt Tübingen Abt. Soziales) sowie Herrn Kolja Schümann (Geschäftsführer, VIELFALT e.V.). Die Referent*innen berichteten hierbei insbesondere von den Fördermöglichkeiten und bisherigen Erfolgen bei der Verknüpfung von Naturschutz und Inklusion im Landkreis, um den anwesenden Teilnehmer*innen (Einrichtungsträger, Kreistagsmitglieder, Vereine, Kommunen und weitere Verwaltungsstellen) neue Wege und Impulse für künftige Inklusionsvorhaben aufzuzeigen.

AiS-Mitarbeitende bei der Herstellung von Dörrobst. © VIELFALT e.V.

Herr Schümann legte dabei die Fördermöglichkeiten von Inklusionsprojekten über das PLENUM-Förderprogramm dar und stellte bisherige Best-Practice Beispiele vor. Hierbei wurden insbesondere die erfolgreichen Projekte der AiS inklusiv gGmbH, der Habila GmbH und des Freundeskreis Mensch e.V. im Bereich Landschaftspflege und Vermarktung sowie der Lebenshilfe Tübingen e.V. im Bereich Freizeitgestaltung beleuchtet. Insgesamt konnten über PLENUM Landkreis Tübingen bislang 19 Projekte mit Inklusionsbezug mit insgesamt rund 100.000 € gefördert werden. Bei allen Erfolgen betonte Herr Landrat Walter, dass dies zwar viel, aber nicht genug sei. Auch die anderen Redner betonten, dass hier weitergedacht werden müsse und neue Vorhaben und Projektideen willkommen seien.An den Grenzen des PLENUM-Förderprogramms – so können beispielsweise keine Lohnkosten finanziert werden – setzen dabei die Unterstützungsmöglichkeiten des Landkreises an, über welche Frau Ackermann und Herr Sauter berichteten. Neben der Unterstützung durch die Eingliederungshilfe, die Jobcenter, die Arbeitsagenturen sowie die Integrationsämter, kann die Fachstelle für inklusives Arbeiten (FIA) beratend tätig werden und „spezifische Eingliederungshilfeleistungen mit den Leistungen des Integrationsamtes verzahnen und zusammenführen,“ so Sauter.Nach dem Vortragsteil konnten die Teilnehmenden sowohl bei einem Besuch der Mosterei in Bodelshausen als auch in der Obstwerkstatt in Mössingen direkte Einblicke in die erfolgreiche Inklusionsarbeit erlangen. Mitarbeitende der AiS inklusiv gGmbH pressten vor Ort Saft und verarbeiteten geerntetes Obst zu Dörrobst. Herr Marcus Hölz, Geschäftsführer der AiS inklusiv gGmbH, berichtete über die vielfältigen Möglichkeiten, Inklusion bei der Arbeit in der Landschaftspflege und der Streuobstverarbeitung stetig mitzudenken, um so individuelle sowie flexible Arbeitsplätze zu schaffen.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt - Stadtnatur

Eine vielfältige und intakte Stadtnatur ist gut für Mensch und Umwelt, denn Siedlungsräume sind nicht nur wertvolle Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten - Stadtnatur macht Städte und Gemeinden widerstandsfähiger gegen den Klimawandel und bietet Raum für Erholung, Freizeit und Naturerleben.Ziel des Förderschwerpunkts Stadtnatur ist es, im Sinne der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt den Anteil an naturnahen, arten- und strukturreichen Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich durch ein ökologisches Grünflächenmanagement zu erhöhen und die biodiversitätsfördernde Durchgrünung von Städten und Gemeinden zu verbessern. Der Wert und die Bedeutung von Stadtnatur sollen durch zielgruppenspezifische Aktivierungs- und Beteiligungsformate sowie Bildungsangebote vermittelt werden.Zur Umsetzung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt auf lokaler Ebene werden auch die Erstellung kommunaler Fachkonzepte und übergreifender kommunaler Strategien zur biologischen Vielfalt einschließlich der Durchführung beispielhafter Maßnahmen gefördert.Nähere Informationen zum Programm und zur Antragstellung gibt es hier.

Neues Projekt „UnternehmensNatur“ berät Betriebe zur naturnahen Flächengestaltung - Anmeldung ab sofort

Egal, ob Logistikkonzern oder Handwerksbetrieb, Architekturbüro oder Autowerkstatt: Alle können sich für mehr biologische Vielfalt auf ihrem Betriebsgelände einsetzen. Dieser Beitrag zum Artenschutz wird immer wichtiger, denn der Verlust von Arten und Biotopen schreitet auch in Baden-Württemberg immer weiter voran. Dem möchte der NABU gemeinsam mit Unternehmen entgegenwirken.Es gibt viele Ansätze der naturnahen Umgestaltung von Flächen und Gebäuden. Welches Potenzial sich auf der jeweiligen Unternehmensfläche verbirgt, würden der NABU dabei gerne mit den Unternehmen gemeinsam eruieren. Dazu bietet der NABU Baden-Württemberg und die Flächenagentur Baden-Württemberg im Rahmen des vom baden-württembergischen Umweltministerium geförderten Projektes „UnternehmensNatur“ eine kostenfreie Beratung für Firmen mit Flächen in Baden-Württemberg an. Gemeinsam werden die Flächen angeschaut und Ideen entwickelt, wie sich das Gelände umgestalten lässt. Kann der Nabu das Unternehmen mit der Ideen begeistern, erhalten die jeweiligen Unternehmen für eine aufbauende Detailplanung einen Beratungszuschuss vom Land Baden-Württemberg von bis zu 1.500 Euro. Bei der Suche nach einem geeigneten Gartenbauplaner unterstützen die Projektkoordinatoren gerne.Weitere Infos zu dem Projekt gibt es hier.

Fördermöglichkeiten für den Bau von Amphibienschutzanlagen

Seit dem 01.01.2020 werden Wiedervernetzungsmaßnahmen an kommunalen Verkehrswegen über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gefördert. Ziel des Verkehrsministeriums ist es, das „Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen“ sukzessive auch an kommunalen Straßen umzusetzen. Zudem können über das LGVFG auch Querungshilfen zur Vernetzung von Lebensräumen und Tierwanderwegen an kommunalen Rad- und Schienenverkehrswegen gefördert werden. Im Fokus steht die Förderung von Amphibienschutzanlagen.
Nähere Informationen finden Sie hier.

Geldgeber sucht Landschaftspflegeprojekt – AgoraNatura ermöglicht Investitionen in Projekte vor Ort

Unter www.agora-natura.de können sich Privatpersonen und Unternehmen ab jetzt an der Finanzierung und Durchführung vielfältiger Landschaftspflegeprojekte beteiligen. Schon durch kleine Investitionen werden Streuobstwiesen erhalten, wertvolles Ackerland entwickelt oder Schutzflächen für bestimmte Tierarten eingerichtet.

Landschaftspflegetag 2021

Kolja Schümann beim Vortrag in der Festhalle. © VIELFALT e.V.

Unter dem Motto „Feldvögel im Offenland-Biotopverbund“ fand am 23.09.2021 der Landschaftspflegetag 2021 in Rottenburg am Neckar (Landkreis Tübingen) statt. Die Tagung stellte Maßnahmen zum Schutz der immer seltener werdenden Vögel dar, zeigte weiteren Handlungsbedarf auf und beleuchtete, wie Schutzmaßnahmen zum landesweiten funktionalen Biotopverbund beitragen können. Auf der Veranstaltungs-Website unter "Weitere Informationen und Downloads" können die Vorträge und Kurzzusammenfassungen dazu runtergeladen werden.

Exkursion am nachmittag in Begleitung von Umweltstaatssekretär Andre Baumann. © VIELFALT e.V.

Nach dem theoretischen Teil am Vormittag fand am Nachmittag eine Exkursion zur Fuß ins Neckartal zwischen Rottenburg und Wurmlingen statt. An ausgewählten Standorten wurden Maßnahmen für Feldvögel und Biotopverbund von Thorsten Teichert, VIELFALT e.V. zusammen mit Akteuren aus Fachverwaltung, Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Kommunen vorgestellt.

Back to the roots und dann ab in die Zukunft: Modellprojekt für landwirtschaftliche Nutzung in Streuobstwiesen gestartet

Streuobstwiesen sind ein prägendes Element unserer Kulturlandschaft und überall im Landkreis zu finden. Um die artenreichen, blumenbunten Flächen auch für die Zukunft zu erhalten, braucht es allerdings eine regelmäßige, fachgerechte Pflege des Aufwuchses. Dies wird auf einigen Flächen bereits von engagierten Landwirt*innen praktiziert, auf vielen anderen Flächen fragen sich aber Wieseneigentümer*innen: wohin mit dem Wiesenaufwuchs? Um diese Situation zu verbessern, hat VIELFALT ein Projekt entlang der Schönbuch-Hänge gestartet, welches Grundstückseigentümer*innen und potenzielle Bewirtschafter*innen miteinander in Kontakt bringen möchte. So sollen Kooperationen entstehen, die den nachhaltigen Erhalt der artenreichen Wiesen sicherstellen und von denen gleichzeitig beide Seiten profitieren: Wieseneigentümer*innen müssen sich nicht mehr fragen, was mit dem Wiesenaufwuchs passieren soll und Tierhalter*innen haben mehr Futter für ihre Tiere zur Verfügung. Eine zukunftsfähige Win-Win-Lösung für die Streuobstwiesen entlang der Schönbuch-Hänge also.
Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Ökologische Vielfalt in Gräben durch die richtige Pflege

Maschinenvorführung zur ökologischen Grabenpflege

Am 06.10.20 fand in Kusterdingen-Jettenburg eine vom Landratsamt Tübingen und Landschaftserhaltungsverband VIELFALT organisierte Schulung und Maschinenvorführung zur Pflege von Gräben statt. Inhaltlich ging es um die Bedeutung von Gräben in der freien Landschaft für die ökologische Vielfalt und um konkrete Methoden, Maschinen und Techniken, die bei der Pflege zum Einsatz kommen.Nach der Begrüßung durch den Kusterdinger Bürgermeister Dr. Soltau folgte ein theoretischer Input zu gesetzlichen, aber auch ökologischen Aspekten von Gräben und deren Pflege. Gegen 14 Uhr machte sich die Veranstaltungsgruppe dann auf den Weg nach draußen, um dort verschiedene Maschinen und Techniken der Grabenpflege im direkten Einsatz zu begutachten. Dabei wurden viele Fragen diskutiert und es gab weiteren fachlichen Input zu den Arbeitsweisen, den einzelnen Maschinen und Aspekten der Biodiversität.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und Teilnehmern*innen für die gelungene Veranstaltung. Ein besonderer Dank geht an die Gemeinde Kusterdingen für das Bereitstellen des Veranstaltungsortes.

Helfende Hände für den Steinkauz – Start der ehrenamtlichen Betreuung von Nisthilfen im Landkreis Tübingen

Ingrid Stützle und Michael Eick führten in die Betreuung von Steinkauz-Nisthilfen ein
Ingrid Stützle und Michael Eick führten in die Betreuung von Steinkauz-Nisthilfen ein

Im Rahmen des PLENUM-geförderten Steinkauzschutzprojekts des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen erhielten am 25. & 26.9.2020 mehr als 30 Interessent*innen eine Einführung in die Betreuung der Steinkauz-Nisthilfen. Im Rahmen des PLENUM-Projekts wurden bereits im Januar 2020 im gesamten Landkreis 37 Niströhren für den Steinkauz ausgebracht. Diese sollen nun durch interessierte Ehrenamtliche betreut werden, bereits 41 Personen haben Interesse daran angemeldet.Am Freitag den 25.9.20 erhielten die Interessierten zuerst eine allgemeine Einführung in die Thematik durch Ingrid Stützle (NABU Vogelschutzzentrum Mössingen) und Michael Eick (NABU Rems-Murr). Da es nicht genug Baumhöhlen in unserer Region gibt, ist das Überleben des bedrohten Steinkauzes von menschlicher Hilfe durch das Bereitstellen von Brutröhren abhängig.Am Samstag den 26.9.20 wurde dann die Nistkastenkontrolle im Gelände demonstriert und von den Interessent*innen selbst eingeübt.Weitere Informationen sowie Kontaktdaten für weitere interessierte Steinkauz-Betreuer*innen finden Sie unter: https://www.nabu-vogelschutzzentrum.de/projekte-partner/plenum-projekt-steinkauz/

MOSCHT! und MOSCHT!-Schorle bereichern die PLENUM-Produktfamilie

Der Klassiker: Most aus Apfel und Birne von der Streuobstwiese der Familie Schmid; © Streuobstgut Tübingen

Seit 1977 bewirtschaftet Familie Schmid Streuobstwiesen in der Region Tübingen. Der zentrale Tätigkeitsbereich ist die Ernte und Weiterverarbeitung der Früchte zu hochwertigen Streuobstprodukten. Seit August 2020 vermarktet Familie Schmid unter ihrem Betriebsnamen Streuobstgut Tübingen nun auch MOSCHT! (Apfel-Birnenwein) und MOSCHT!-Schorle (Apfel-Birnenwein mit saurem Sprudel). Die beiden Erzeugnisse bereichern die PLENUM-Produktfamilie nicht nur durch ihr modernes Design, sondern vor allem durch das praktische Gebinde: 0,33 l-Flasche.Wir freuen uns, dass über das Förderprogramm PLENUM die Entstehung der beiden Produkte unterstützt werden konnte. Bezuschusst wurde die Entwicklung des neuen Betriebslogos und der Produktetiketten. Das Vorhaben war förderfähig, weil die Produkte von Familie Schmid einen Naturschutzbeitrag ermöglichen. Durch den Verkauf der Produkte rentiert sich die aufwendige Bewirtschaftung naturschutzwichtiger Streuobstwiesen im Landkreis Tübingen.

Ergänzend zum Klassiker gibt es die die MOSCHT!-Schorle mit saurem Sprudel; © Streuobstgut Tübingen

Nähere Infos zum Streuobstgut Tübingen: www.streuobstgut.de

Die Presse berichtete:
Der Beitrag von RTF1 am 09.08.2020
Schwäbisches Tagblatt vom 11.08.2020

Birnbäume als Botschafter der Streuobstwiesen - Hagellocher Birnenweg eröffnet

Anstoßen auf die Eröffnung des Hagellocher Birnenwegs
Anstoßen auf die Eröffnung des Hagellocher Birnenwegs

Am 04.08.2020 wurde der Hagellocher Birnenweg "Streuobstriesen" offiziell eröffnet und der Presse präsentiert. Der Dorf- und Kulturverein Hagelloch e.V. (DOKU) hat - mit Hilfe einer PLENUM-Förderung und fachlicher Unterstützung durch VIELFALT e.V. - einen 5,7 km langen Rundweg realisiert und mit 9 Infotafeln, Markierungen bedeutender Birnbäume und einer begleitenen Broschüre ausgerüstet.Durch den Birnenweg ist es dem DOKU gelungen, "die Birnbäume aus ihrem Schattendasein zu holen und zu Leuchttürmen und Botschaftern der Streuobstwiesen zu machen", lobte der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner. Der Rundweg macht Spaziergänger, Touristen und Streuobst-Interessierte auf die besondere Bedeutung von großen Birnbäumen und den naturschutzfachlichen Wert der heimischen Streuobstwiesen aufmerksam. Auch Oberbürgermeister Palmer hob hervor, dass die Kulturlandschaft gepflegt werden muss und dass der Birnenweg ein gutes Mittel ist, dies der Öffentlichkeit klar zu machen.Weitere Informationen und die Karte und Broschüre zum Birnenweg gibt es unter: http://www.doku-hagelloch.de/birnenweg-hagelloch.html

Per Mausklick zum Streuobstwiesen-Stückle - "MyStückle.de" wurde erweitert

Pressetermin MyStückle auf der Olgahöhe Mössingen
Die Projektpartner informierten auf der Streuobstwiese über die Erweiterung von "MyStückle.de"

Schon seit 2015 gibt es in Mössingen das PLENUM-Projekt „myStückle.de“ - eine Online-Plattform, auf der die Stadt und der Verein "Netzwerk Streuobst Mössingen" Wiesengrundstücke verpachten. Das war so erfolgreich, dass von den bisher erfassten Wiesen nur noch 13 übrig waren. Durch eine erneute PLENUM-Förderung war es nun möglich, den Internet-Auftritt zu verbessern und zu erweitern, so dass Interessierte nun auf aktuell 87 freie Pachtgrundstücke zugreifen können. Insgesamt umfasst die Plattform nun 453 Stückle mit über 3.300 Bäumen.Am 23.07.2020 wurde die überarbeitete Plattform freigeschaltet und die Presse darüber informiert, inmitten der Streuobstwiesen auf der Olgahöhe Mössingen.Das Angebot von MyStückle richtet sich auch an junge Familien. Es sei immer Tradition gewesen, dass man mit der Familie zum Apfelernten gehe, sagte Ulrich Eder vom "Netzwerk Streuobst" dem SWR. Wobei es nicht nur um Äpfel geht, auch andere Obstbäume stehen zur Wahl: etwa Zwetschgen, Birnen oder Mirabellen. Im Online-Angebot gibt es Karten, die zeigen, wo welche Wiesen und Bäume frei sind.Wer unerfahren ist, kann sich helfen lassen. Obst- und Gartenbauvereine zum Beispiel bieten regelmäßig Schnittkurse an. Auch das Netzwerk Streuobst hilft bei Bedarf weiter und leiht Geräte aus über den Streuobst-Geräteverleih "Schaff's gut".Nebenbei sind die Pächter dann auch noch Pfleger der Kulturlandschaft. „Nur so bleibt der Lebensraum Streuobstwiese erhalten“, erklärte Fabian Roser von VIELFALT. Der PLENUM-Zuschuss soll dafür sorgen, dass von Schlüsselblume bis Wiesensalbei und von Halsbandschnäpper bis Wendehals viele Pflanzen und Tiere profitieren.
Die Presse zu myStueckle :
Beitrag auf RTF1 am 23.7.2020 (direkt zum Video)
Schwäbisches Tagblatt vom 24.7.2020

Fünf weitere Jahre PLENUM im Landkreis Tübingen – Umweltminister Franz Untersteller lobt großes Engagement zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Am 29. Juni 2020 hat Minister Franz Untersteller in feierlichem Rahmen die Urkunde zur Fortführung des PLENUM-Gebiets bis Ende Mai 2025 an Landrat Joachim Walter überreicht. Für die Förderung von Projekten, die dem Naturschutz im Landkreis dienen, stellt das Umweltministerium dafür insgesamt gut 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Es ist großartig, was Sie für die Stärkung der biologischen Vielfalt im Land geleistet haben“, würdigte Untersteller bei der Überreichung der Urkunde in Bodelshausen die Tatkraft aller Beteiligten. Es sei nicht selbstverständlich, dass so vielen ehrenamtlich tätigen Menschen beispielsweise die Pflege und der Erhalt von Streuobstwiesen am Herzen liegen würden, fügte Untersteller hinzu. „Aber wir müssen unsere schöne und vielfältige Kulturlandschaft schützen. Neben dem Klimawandel gehört der Verlust der Artenvielfalt zu den drängendsten Aufgaben, die wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten alle gemeinsam meistern müssen.“ Der Minister führte aus, wie es im Landkreis Tübingen zwischen 2013 und 2019 gelungen ist, mit mehr als 280 Projekten (Gesamt-Fördersumme etwa 1,5 Millionen Euro) die Integration des Naturschutzes in regionale Entwicklungsprozesse zu realisieren. Noch dazu habe es vorbildlich funktioniert, Menschen mit Behinderung, psychisch kranke Menschen und Langzeitarbeitslose in diese Prozesse einzubinden und so neue Teilhabe- und Qualifizierungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch die erst- und einmalig realisierte Kombination von PLENUM und LEV überzeuge ihn und habe die Kontinuität und den Gesamterfolg maßgebend befördert.Als besondere Leistungen hob er die Unterstützung hervor, die VIELFALT e.V. als PLENUM-Geschäftsstelle bei der Eröffnung des Streuobst-Informationszentrums in Mössingen 2018 und bei der Planung und Umsetzung der Premiumwander- und Premiumspazierwege „Früchtetrauf“ geleistet habe. Gemeinsam mit den fünf Partner-Kommunen würde durch die Wanderwegekonzeption Erholungssuchenden die wertvolle Kulturlandschaft nähergebracht. Besonders lobende Worte fand er dann auch für die Förderung des Streuobstunterrichts an Grundschulen, mit denen die Jüngsten erreicht und ihr Verständnis für das geweckt würde, was es zu schützen gelte. Das Gesamtengagement diene letztlich sehr vielen Flächen in- und außerhalb von Schutzgebieten. Dazu zählen Streuobstwiesen, Magerrasen, eine Vielzahl von FFH-Mähwiesen, die besonderen Lebensräume des Steillagen-Weinbaus mit ihren zahlreichen Trockenmauern und viele andere mehr. Landrat Joachim Walter bestätigte, dass die Fördergelder im Landkreis Tübingen „bestens angelegt“ seien und berichtete begeistert, dass man im Landkreis nach wie vor für „PLENUM lichterloh brenne“. Die Begeisterung, die ihm vor 2013 den nötigen Rückenwind verlieh, das Land von der Eignung des Landkreises als PLENUM-Projektgebiet zu überzeugen, sei ungebrochen. Auch „unter unserem Leitmotto ‚Schützen durch Nützen‘ konnte es gelingen, wertvolle Lebensräume und regionale Kreisläufe sowie den Erhalt unserer Artenvielfalt zu sichern“, hob Walter hervor. Als Beispiel für die erfolgreiche Arbeit im Artenschutz nannte er das PLENUM-geförderte Kooperationsprojekt zum Schutz des europaweit vom Aussterben bedrohten Rebhuhns. Zusammen mit den Projektpartner*innen und vor allem durch den Einsatz der zahlreichen Praxispartner*innen ist es im Rahmen des PLENUM-Projekts gelungen, den kontinuierlichen Rückgang der Rebhuhn-Reviere zu stoppen. Anschaulich skizzierte der Landrat, welche Schwerpunkte das „Regionale Entwicklungskonzept 2020-2025“ vorsieht, welches für die PLENUM-Fortschreibung in einem partizipativen Prozess erarbeitet wurde (einsehbar unter www.vielfalt-kreis-tuebingen.de/download). Es gelte in diesem Sinne, „in allen Bereichen dran zu bleiben“ und insbesondere im Bereich der Regionalvermarktung noch mehr als bisher nach Innovationen zu suchen. Mit seinen anschließenden Ausführungen gab Marcus Hölz, Geschäftsführer der AiS inklusiv gGmbH, einen schönen Einblick, wie PLENUM-Projekte Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführen und Streuobstwiesen, die eigene Gastronomie und Regionalläden zu lebendigen Orten der Inklusion machen. Hölz betonte, wie hilfreich bei der Umsetzung seiner Projekte die enge und vertrauensvolle Kooperation sei, von der beide Seiten bisher und sicher auch in Zukunft profitieren würden. Nach einer kleinen Kostprobe aus der regionalen Küche des Café Pausa lud er alle Gäste zu einer Besichtigung der Bodelshäuser „Dorfmosterei“ ein, wo er zusammen mit dem bisherigen Pächter, Willi Kühbauch, die künftige Arbeit der Inklusionsfirma als Dienstleister für alle Streuobstbegeisterten vorstellte. Beide ließen keine Zweifel aufkommen, dass hier ein gesicherter Generationenübergang auf den Weg gebracht wurde. Auch Bürgermeister Uwe Ganzenmüller hatte bei seiner Begrüßung gleich betont, wie froh die Gemeinde sei, dass durch die Übernahme der Mosterei durch die AiS inklusiv gGmbH Stücklesbesitzer*innen auch in Zukunft ihr Streuobst weiterhin vor Ort in Lohn mosten lassen können. Dass hierfür und für andere Projekte in der Vergangenheit und auch in Zukunft Fördermittel des Landes zur Verfügung stehen, freute den Schultes ausdrücklich. Auch der vor der Moste ausgeschenkte Steinlachtäler Most und Cidre weckte die Vorfreude auf viele schöne PLENUM-Produkte und stimmten die Gäste genussvoll auf die zweite PLENUM-Förderperiode ein.

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