Sie sind hier: Startseite >> Aktuelles

Aktuelles

🍐 Kulturlandschaftspreis 2026 für den Dorf- und Kulturverein Hagelloch e.V.

Erkennungsmerkmal Birnenweg © VIELFALT e.V.

Der Dorf- und Kulturverein Hagelloch e.V. gehört zu den Preisträgern des Kulturlandschaftspreises 2026, der vom Schwäbischen Heimatbund und den Sparkassen vergeben wird. Ausgezeichnet wurde das Projekt „StreuobstRiesen – der Hagellocher Birnenweg“, ein rund 5,7 Kilometer langer Rundwanderweg durch die Hagellocher Streuobstwiesen.

Birnen © VIELFALT e.V.

Entlang des Weges lassen sich beeindruckende alte Birnbäume und 18 überwiegend historische und lokale Sorten entdecken. Infotafeln und eine begleitende Broschüre vermitteln Wissenswertes über die Birnensorten, die Nutzung des Obstes und die besondere Bedeutung der Streuobstwiesen als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Besonders schön ist die Verbindung von Natur, Kulturgeschichte und Erholung. Unterwegs bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf die „Blaue Mauer“ des Albtraufs.

Blick von der Panoramaliege © VIELFALT e.V.

Ein tolles Beispiel dafür, wie regionale Geschichte, Naturschutz und ein schönes Wandererlebnis miteinander verbunden werden können.
 
Das Projekt wurde mit Mitteln des Förderprogramms PLENUM des Landes Baden-Württemberg unterstützt.
 
📍 Hagelloch bei Tübingen
🥾 5,7 km Rundweg
🍐 18 Birnensorten
🌳 Natur, Streuobst & Heimatgeschichte
 
Weitere Informationen finden Sie hier.

🌾Hoher Besuch im Rebhuhn-Gebiet!

Feldvogelexkursion © VIELFALT e.V.

Am Dienstag, 30. Juni konnten die hiesigen Akteure des Bundesprojektes „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern“ Gäste aus der Landesverwaltung im Landkreis Tübingen begrüßen.Vertreterinnen und Vertreter aus dem Ministerium Ländlicher Raum und dem Umweltministerium sowie KollegInnen aus den zugehörigen Landesanstalten wollten sich vor Ort ein Bild machen von den Aktivitäten hier für die Feldvögel.Die fachkundigen Infos von NABU-Landesverband, Landesjagdverband, OrnithologInnen und Landschaftserhaltungsverband VIELFALT fanden interessierte Ohren – alle waren sehr beeindruckt, „was hier so alles geht“.
Und auch einige Anregungen und Wünsche konnten den Gästen nach Stuttgart mitgegeben werden:➡️ Mehrjährige Ackerbrachen sind total wichtig (auch wenn sie chaotisch aussehen).➡️ Bäume, Füchse und Katzen sind für Feldvögel überhaupt nicht toll.➡️ Weniger Bürokratie, mehr Geld.
Über solche und andere Themen konnte ganz offen diskutiert werden. Damit die Rahmenbedingungen für so coole Projekte an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz immer noch besser werden!

swt-Umweltpreis 2026: Jetzt bewerben und Early-Bird-Bonus sichern!

Der UmweltpreisSeit 2014 fördern die Stadtwerke Tübingen mit dem Umweltpreis den Umweltschutz in unserer Region. 30.000 Euro werden an gemeinnützige Träger vergeben: Über 14.000 Euro entscheiden die Menschen in der Region, über 12.000 Euro eine unabhängige Jury. Besonders spannend direkt nach dem Bewerbungsstart: 20-mal 200 Euro werden als Early-Bird-Förderung an die ersten 20 freigeschalteten Projekte vergeben! Publikums- und JurypreiseÜber die Publikumspreise können alle online mitstimmen. Die 20 Projekte mit den meisten Stimmen ziehen ins Finale ein. Von diesen Finalisten erhalten die ersten 15 Projekte Förderpreise zwischen 500 und 3.000 Euro. Unabhängig davon vergibt unsere Jury unter allen teilnehmenden Projekten Förderpreise über insgesamt 12.000 Euro. Bewerbung
Ab sofort bis 20. Oktober 2026.
Alle Infos zum Umweltpreis

Klimaschutzstiftung: Kulturelles Erbe bewahren - Zukunft Streuobstwiese

Mit Blick auf das 75jährige Landesjubiläum im Jahr 2027 schreibt die Klimaschutzstiftung dazu das Programm Zukunft Streuobstwiese - Kulturelles Erbe bewahren mit den folgenden zwei Themenschwerpunkten aus:   1. Ideen für Morgen: Innovative Konzepte zur Weiterentwicklung und insbesondere zur Klimaanpassung von Streuobstwiesen sollen im Rahmen von themenspezifischen Exkursionsprogrammen einem breiteren Interessentenkreis nahegebracht werden.   2. Wissen für Morgen: Erhalt der Streuobstwiesen durch die Ansprache und Einbindung junger Menschen. Attraktiven Formen der Wissensvermittlung kommt eine wichtige Rolle zu, wenn es um die Befähigung junger Generationen zur Übernahme von Aufgaben auf Streuobstflächen geht.  Weitere Informationen zur AusschreibungAlle Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier zum Download: Ausschreibung Zukunft Streuobstwiese Die Einreichung von Anträgen ist bis zum 23. Oktober 2026 über das Antragsportal der Baden-Württemberg Stiftung möglich.Zielgruppen: gemeinnützige sowie öffentliche Einrichtungen aus den Bereichen Bildung, Umweltschutz, Landschaftspflege, Obstbau

🍇🦎 Neues Weinwegle an der Wurmlinger Kapelle eröffnet

Eine der drei Portaltafeln des Weinwegles kurz vor der Eröffnung © VIELFALT e.V.

Am 20. Juni wurde im Rahmen des Wurmlinger Weinbergfestes das neue Weinwegle offiziell eröffnet. Der modernisierte Wein-, Obst- und Naturlehrpfad lädt dazu ein, die einzigartige Kulturlandschaft rund um die Wurmlinger Kapelle auf abwechslungsreiche Weise zu entdecken.
An zahlreichen Stationen erfahren Besucherinnen und Besucher Spannendes über Wein- und Obstbau, Geologie, Lebensräume sowie die Tier- und Pflanzenwelt am Kapellen- und Spitzberg. Moderne Infotafeln werden durch QR-Codes ergänzt, über die Audio-Inhalte und englische Übersetzungen abgerufen werden können.

Claus Sieß, Weinprinzessing Manuela Breitmayer und Markus Beschoner stoßen auf die Eröffnung des Weinwegles an © VIELFALT e.V.

Auch Familien kommen auf ihre Kosten: Kinder werden von dem Maskottchen Smaragdi durch das Weinwegle begleitet und können die Natur an interaktiven Stationen spielerisch erkunden.
Das Weinwegle wurde von den Weinbauvereinen Wurmlingen und Hirschau mit großem ehrenamtlichem Engagement entwickelt und im Rahmen des PLENUM-Förderprogramms unterstützt. Möglich wird dies durch die Förderung des Umweltministeriums BW, die der Landkreis Tübingen gemeinsam mit VIELFALT e.V. vor Ort umsetzt. Das Weinwegle zeigt eindrucksvoll, wie Naturerlebnis, Umweltbildung und regionale Identität miteinander verbunden werden können.
Wir gratulieren allen Beteiligten zur gelungenen Umsetzung und wünschen dem Weinwegle viele neugierige Besucherinnen und Besucher! 🦎🌱

Neue Milch- und Joghurtabfüllanlagen für den Birkenhof

Pressetermin in der Molkerei © VIELFALT e.V.

Beim Pressetermin am 18.06.2026 auf dem Birkenhof wurde gezeigt, wie die PLENUM-Förderung ganz konkret die regionale Wertschöpfung und den Naturschutz zusammenbringt. Familie Schäfer erhält durch die Milchproduktion (zusammen mit den TüBio-Partnerbetrieben) naturschutzrelevantes Extensivgrünland im Landkreis Tübingen und damit unsere schöne Kulturlandschaft. Mit PLENUM-Zuschuss konnte deshalb eine neue Abfüllanlage für Milch angeschafft werden, welche die alte Tüten-Abfüllanlage ablöst und den Verkauf im Gebinde des Milchmanns-Lieferservices (Vielweg-Makrolonflaschen) ermöglicht. Zudem ergänzt eine Joghurtabfüllmaschine die Produktion und mechanisiert die bisher manuelle Abfüllung.  

Projekt „Gemeinsam für Streuobstparadiese 2.0“

Zweite Förderperiode vom NABU gestartet!Das Förderprogramm „Gemeinsam für Streuobstparadiese“ geht in die zweite Runde: Gemeinsam mit der Postcode Lotterie möchte der NABU regionale Projekte rund um Streuobstwiesen finanziell unterstützen. Bewerbungen können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.  Klicke hier für weitere Infos.

Gemeinsam für den Artenschutz in Baden-Württemberg

Grauammerkerngebiet Streimberg © Tatjana Stooß

Um bedrohte Tierarten wie Vögel, Fledermäuse und Amphibien besser zu schützen, wurde 2023 die landesweite Artenschutzoffensive (ASO) ins Leben gerufen. Neben Schutzkonzepten stehen dabei vor allem konkrete Maßnahmen vor Ort im Mittelpunkt.
Damit erfolgreiche Projekte Schule machen und Herausforderungen gemeinsam angegangen werden können, trafen sich ASO-Beauftragte aus ganz Baden-Württemberg im Landkreis Tübingen zum fachlichen Austausch. Im Fokus standen zwei besonders gefährdete Artengruppen: Feldvögel und Amphibien.

Brache Grasweg extensives Grünland © Julia Gürth

📍 Kiebitzacker im AmmertalHier sorgen Wasserbüffel dafür, dass Wasserstellen und die umliegende Vegetation offen gehalten werden – ideale Bedingungen für den Kiebitz. Ergänzend sind punktuelle Gehölzentnahmen wichtig, damit der von den Vögeln bevorzugte Offenlandcharakter erhalten bleibt. Eine erfreuliche Nachricht: Die diesjährigen Jungvögel sind bereits früher ausgeflogen als in den vergangenen Jahren.
📍 Streimberg bei RottenburgDie vom Aussterben bedrohte Grauammer brütet bevorzugt in Wiesen und Weiden. Deshalb ist der Schutz dieser Flächen während der Brutzeit besonders wichtig. Buntbrachen, ungemähte Graswege und Wiesen bieten wertvolle Rückzugsorte. Gleichzeitig stellen Nesträuber wie Füchse und freilaufende Katzen eine zusätzliche Herausforderung für die ohnehin kleine und isolierte Population im Raum Rottenburg dar.
📍 Grundwiesenweiher in WurmlingenDer ehemals verlandete Tümpel wurde 2024 durch den Natur- und Vogelschutzverein saniert. Heute bietet er wieder Lebensraum für bedrohte Amphibienarten wie Molche und Frösche. Ein schönes Beispiel dafür, wie gezielte Maßnahmen wertvolle Lebensräume zurückbringen können.
Der Austausch vor Ort zeigt: Artenschutz lebt von Zusammenarbeit, Engagement und dem gemeinsamen Lernen voneinander.

Gläserne Produktion beim Obst- und Weinbauverein Unterjesingen

Verschrauber des OWVU © Keppler

30 Besucher folgten der Einladung des Obst- und Weinbauvereins Unterjesingen am 12.06.2026 und blickten im Rahmen der Gläsernen Produktion hinter die Kulissen. Heinz Giringer, Winzer & Vorstand des Vereins, führte die Gruppe durch die Steillagen Unterjesingens und berichtete Spannendes über die Primärproduktion. An seinem Weinberg verkostete die Gruppe erste Qualitätsweine. Zurück in der Kelter präsentierte Maurice Leuschner, Winzer & zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, die Räumlichkeiten und Gerätschaften. Mitglieder des Vereins haben die Möglichkeit diese zu nutzen und so ihren Wein oder Most von der Traube bzw. Apfel/Birne, übers Fass bis in die Flasche mit Hilfe des Vereins zu bringen. Eine Übersicht dazu gibt es hier. VIELFALT e.V. freut sich im Rahmen mehrerer PLENUM-Förderprojekte bei der Anschaffung einiger dieser Gerätschaften sowie dem Bau der Gemeinschaftskelter unterstützt haben zu können! Zum Abschluss des Abends gab es weitere Qualitätsweine sowie Häppchen für die Besucher.

Angebote für Most-Interessierte: Betriebsbesichtigung bei Most Fläschle

Hofstelle Maisch in Kayh © VIELFALT e.V.

Mit 22 Teilnehmern, darunter viele, die selbst Most produzieren, durften wir einen besonderen Blick hinter die Kulissen von Moritz Maisch in Kayh werfen. Ziel war es, je nach Vorwissen, herauszufinden, wie man einen fehlerfreien und leckeren Most macht bzw. der Austausch unter Kollegen. In der Mosterei des OGV Mönchberg hat uns der Betriebsinhaber sein Fachwissen geteilt und  erklärt, wie aus Streuobst echter Qualitätsmost entsteht – vom Säuregehalt des Süßmostes über die Rolle der Vorklärung bis hin zu den Vorteilen von Reinzuchthefe. Spannende Einblicke, die zeigen, wie viel Knowhow und Sorgfalt in jedem einzelnen Schluck stecken! Das selbst erzeugte Bio-Streuobst wird zu Cider, Most und Secco ausgebaut.Beim anschließenden Hofbesuch in Kayh haben wir die Produkte direkt verkostet und uns weiter fachlich ausgetauscht. Als Mitglied der IG Schwäbischer Cider steht Most Fläschle für Qualität, die überzeugt. Kein Wunder, dass seine Produkte sogar im Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind! Vielen Dank für die Gastfreundschaft und dem Ministerium für Ländlichen Raum für die Förderung dieser Lehrfahrt. 
Weitere Angebote für Most-Interessierte sind hier zu finden.

Klimaanpassung bei Natura 2000: Beweidung stärkt Artenvielfalt und macht Lebensräume klimaresilient

Beweidung auf dem Betrieb Bunde Wischen eG Schleswig © Gerd Kämmer

Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt warnt der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL): Der Klimawandel stellt das bisherige Schutzkonzept von Natura 2000 auf den Prüfstand. Veränderte Wasserhaushalte und verschobene Artenzusammensetzungen gefährden wertvolle Lebensräume. Der DVL fordert deshalb praxistaugliche Anpassungsstrategien. Eine zentrale Rolle spielt die extensive Beweidung: Sie erhält artenreiche Kulturlandschaften und macht Lebensräume widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Wie macht man Natura 2000-Schutzgebiete, die europäischen Hotspots der Artenvielfalt, fit für den Klimawandel?
Extensive Beweidung ist eine zentrale Strategie: Sie erhält artenreiche Kulturlandschaften und macht Lebensräume widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Gleichzeitig stehen weidetierhaltende Betriebe selbst vor großen Herausforderungen: Sie müssen Wege finden, ihre Tiere weiterhin ganzjährig zu versorgen – trotz zunehmender Wetterextreme.
Warum das Thema zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt so wichtig ist, und welche Lösungen der DVL sieht, liest du hier:👉 Klimaanpassung bei Natura 2000: Beweidung stärkt Artenvielfalt und macht Lebensräume klimaresilient
Und hier:👉 Weidebündnis wächst weiter

Abendlicher Streuobstwiesenspaziergang - Aprilwetter im Mai 🌦️

Streuobstspaziergang bei (noch) trockenem Wetter © VIELFALT e.V.

Obwohl schon Anfang Mai, zeigte sich das Wetter gestern Abend von seiner abwechslungsreichen Seite. Von Sonnenschein bis kräftigem Regen war für jeden was dabei.Rund 25 Interessierte trafen sich um 17:00 Uhr in den Streuobstwiesen von Kayh, um Spannendes rund um das Thema Streuobstwiesen zu hören.
Kern der Veranstaltung war das Projekt „A gmähts Wiesle“, welches zum Ziel hat, die Streuobstwiesen wieder in eine regelmäßige, professionelle Pflege zu überführen. Um so die Streuobstwiesen vor Verbuschung zu bewahren und als vielfältigen Lebensraum zu erhalten.Um dafür zu werben und Flächeneigentümer mit passenden Landwirten und Tierhaltern in Kontakt zu bringen, wurde auch in diesem Jahr ein abendlicher Wiesenspaziergang angeboten. Schäfer, Rinderhalter und weitere Bewirtschafter berichteten von ihrem Einsatz, das Grünland der Streuobstwiesen zu bewirtschaften.Eine Besonderheit war, dass wir uns auf Wegen zweier Landkreise bewegt haben. Zum einen auf Gemarkung Kayh (Landkreis Böblingen), zum anderen auf der Gemarkung Altingen (Landkreis Tübingen). Aus diesem Grund wurde die Veranstaltung auch gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Böblingen sowie dem Landratsamt Tübingen geplant und durchgeführt. Denn auch das Projekt „A gmähts Wiesle“ macht nicht Halt an der Kreisgrenze.
Um Muskeln und Hirn nach der 2,5-stündigen Runde zu stärken, gab es neben einem kleinen Vesper unter den Kastanienbäumen erfrischendes Mostschorle vom Streuobsthof Maisch sowie Böblinger Apfelschorle.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die durch fachliche Beiträge, Rückfragen oder konstruktive Kritik den Spaziergang bereichert haben.

Rückblick Frühlings-Regionalmarkt 2026 "So schmeckt Naturschutz im Landkreis Tübingen"

Frühlings-Regionalmarkt Tübingen © VIELFALT e.V.

Am Samstag, den 25. April 2026, waren wir von 10 bis 18 Uhr gemeinsam mit acht Direktvermarkter:innen auf dem Frühlings-Regionalmarkt in Tübingen vertreten. An unserem Gemeinschaftsstand konnten Besucherinnen und Besucher eine vielfältige Auswahl regionaler Produkte entdecken und direkt mit den Erzeuger:innen ins Gespräch kommen. Mit dabei waren die Schäferei Wagner „Wurmlinger Weidelamm“ aus Rottenburg, die neben Fellen und Woll-Pellets auch Apfelsaft und Moscht von ihren eigenen Streuobstwiesen präsentierte. Sabine’s Gsälzladen aus Wankheim begeisterte mit köstlichen Fruchtaufstrichen, Gelees und Streuobstbränden. Die Hemmendorfer Weidelämmer boten eine Auswahl an Lammprodukten aus extensiver Tierhaltung an, darunter Pfefferbeißer, Landjäger und Lamm-Bolognese sowie Lamm-Bratwurst. Die Wollspinnerei Ulrike Kollmar aus Starzach stellte hochwertige Schafswolle, Schafsfellle, Schuheinlagen und Handstrickgarne vor. Weinbau Robbin aus Pfäffingen überzeugte mit exklusiven Perlweinen, Streuobstsaft und erlesenen Qualitätsweinen. Der Obst- und Gartenbauverein aus Mössingen präsentierte einen besonderen Gin aus Streuobst-Botanicals sowie Streuobstbrände und Co. FRIMA Wild- und Lammprodukte boten weitere Spezialitäten aus extensiver Tierhaltung an wie Schafsalami, Pfefferpeitschen aus Lamm und vielem mehr. Wer hier nach einem warmen Zwischensnack gesucht hat, konnte sich eine leckere frisch grbratene Lamm-Merguez im Weckle holen. Abgerundet wurde das Angebot durch Obstbau Walter Maier aus Reusten mit feinem Balsamessig, alkoholfreiem Secco, Most und Säften – alles aus Streuobst.
Der Markt bot eine wunderbare Gelegenheit, neue Produkte zu probieren, die Qualität heimischer Erzeugnisse zu erleben und den direkten Austausch mit den Produzentinnen und Produzenten zu genießen.Vielen Dank an alle, die uns besucht haben! 🧡

Neuer bwegt-Wanderweg zwischenTübingen und Rottenburg eröffnet - Natur, Mobilität und Naturschutz verbunden

© bwegt/Kraufmann

Am Sonntag den 19 April wurde zwischen Tübingen und Rottenburg am Neckar ein neuer bwegt-Wanderweg feierlich eröffnet. Das vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg initiierte Konzept setzt dabei auf ein besonderes Prinzip: Statt klassischer Rundwanderwege verbinden die Strecken gezielt Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs. Damit ist eine klimafreundliche An- und Abreise jederzeit möglich - und auch unterwegs bleibt die Flexibilität, die Tour mit Bus und Bahn zu unterbrechen oder anzupassen.
Zur Eröffnung versammelten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Region am Tübinger Busbahnhof. Begleitet wurde der Auftakt durch die Jugendkapelle des Musikvereins Derendingen sowie Grußworte unter anderem von Verkehrsminister Winfried Hermann, Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, Landrat Dr. Hendrik Bednarz und Christina Gsell von der WTG Rottenburg. Anschließend machten sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg über die neu beschilderte Route, die vom Schwäbischer Albverein eingerichtet wurde.
Entlang der Strecke am Spitzberg bot sich nicht nur ein eindrucksvolles Naturerlebnis, sondern auch zahlreiche Informationen zur einzigartigen Kulturlandschaft der Region. Der Standort zeichnet sich durch seine besondere geologische Geschichte aus: Über Millionen Jahre haben natürliche Erosionsprozesse und unterschiedliche Nutzungsformen die heutige Landschaft geformt.

© bwegt/Kraufmann

Auch VIELFALT e.V. war bei der Eröffnung vertreten. Geschäftsführer Kolja Schümann vermittelte den interessierten Teilnehmenden anschaulich, was diese Landschaft so besonders macht - und warum ihr Schutz heute wichtiger denn je ist. Am Beispiel des Spitzbergs wurde deutlich, wie eng Naturgeschichte, menschliche Nutzung und biologische Vielfalt miteinander verwoben sind. Die Region zählt zu den artenreichsten Gebieten Baden-Württembergs. Für das Gebiet Kapellen- und Spitzberg sind rund 4.000 Tierarten und etwa 2.000 Pflanzenarten dokumentiert. Einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser Vielfalt leisten unter anderem die Naturschutzgebiete wie der Hirschauer Berg sowie die Einbindung in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000.Im Verlauf der Veranstaltung wurde zudem deutlich, dass Naturschutz und nachhaltige Nutzung kein Widerspruch sind. Vielmehr entsteht langfristiger Schutz genau dort, wo Landschaft gepflegt und sinnvoll genutzt wird. Im Landkreis Tübingen wird dieser Ansatz seit vielen Jahren im Rahmen von PLENUM Landkreis Tübingen verfolgt. Nach dem Leitgedanken „Schützen durch nützen“ werden traditionelle Bewirtschaftungsformen unterstützt, regionale Wertschöpfung gestärkt und damit die Grundlage für den Erhalt der Kulturlandschaft gefördert.
Abgerundet wurde die Eröffnung mit regionalen Produkten und einem gemeinsamen Ausklang inmitten der Landschaft - ein passender Abschluss für einen Weg, der Mobilität, Naturerlebnis und Naturschutz auf besondere Weise verbindet.

Gläserne Produktion 2026

Unter dem Motto „Gläserne Produktion“ laden auch 2026 verschiedene landwirtschaftliche und verarbeitende Betriebe im Landkreis Tübingen dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten dabei spannende Einblicke in die heimische Landwirtschaft und regionale Lebensmittelverarbeitung und erfahren mehr über die Herstellung regionaler Produkte.
Nähere Infos finden Sie im FlyerZu den Anmeldungen geht´s hier.

Angebote für Moscht-Interessierte

Auf unserer Webseite gibt es unter Marktplatz > Bildungsangebote jetzt Informationen zu neuen Angeboten:

Vorträge und Vorführungen
Most-Patenschaft
Most-Juroren

Kurs- und Veranstaltungsprogramm Schwäbisches Streuobstparadies

Ab sofort steht wieder ein bunter Strauß an Veranstaltungen des Schwäbischen Streuobstparadieses bereit. Für Jung und Alt, Profi und AnfängerInnen finden sich spannende Kurse und Veranstaltungen.
Stöbern lohnt sich! 
🍎🌱🍐

Streuobst-Wikipedia bündelt Wissen zum Klimawandel

© www.streuobst-wiki.eu

Wissen von Fachleuten auf Knopfdruck: Neun Organisationen aus Deutschland und Österreich, darunter Hochstamm Deutschland e.V., stellen ein gemeinsames Online-Nachschlagewerk bereit.
Hochstamm Deutschland e.V., die bundesweite gemeinnützige Plattform für den Streuobsterhalt, setzt sich aktiv dafür Streuobst zu erhalten und Ideen für dessen Weiterentwicklung zu liefern – vor allem durch Vernetzung und Austausch. Der Streuobstanbau, der seit 2021 offiziell als Immaterielles Kulturerbe anerkannt ist, steht durch den Klimawandel unter großem Druck. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter beobachten zunehmend die Folgen von Hitze und Trockenheit an den geschwächten Bäumen. Um diesem Bedarf an fundiertem und gesichertem Fachwissen gerecht zu werden, haben führende Streuobstorganisationen aus Deutschland und Österreich das Streuobst-Wiki ins Leben gerufen. Das neue, kostenlose Online-Nachschlagewerk ist nun online verfügbar.

Praxisnah und fundiert: Wissen für zukunftsfähige Bestände
Das Streuobst-Wiki stellt Wissen nach dem Vorbild von Wikipedia bereit und bietet Streuobstbewirtschafterinnen und -bewirtschaftern geprüfte Forschungsergebnisse und bewährte Praxiserfahrungen zum Thema Streuobst im Klimawandel im Überblick. Das Wiki liefert Praktikerinnen und Praktikern Informationen zu den Auswirkungen der Klimakrise, zu Baumarten, die besser mit Hitze oder Trockenheit zurechtkommen, zu spätblühenden Birnensorten oder auch Hilfestellungen bei der Sortenwahl. erhalten die Nutzerinnen und Nutzer die notwendigen Werkzeuge, um ihre Bestände zu pflegen und zukunftsfähig zu machen, damit diese weiterhin gesunde, regionale Lebensmittel hervorbringen und die Biodiversität erhalten bleibt. Zu allen Beiträgen gibt es dabei transparente Literaturangaben.

Das Wiki wächst mit der StreuobstgemeinschaftDie weitere Entwicklung des Streuobst-Wiki baut auf dem Schwarmwissen der gesamten Streuobstgemeinschaft auf. Es ist aber kein abgeschlossenes Werk, sondern lebt bewusst von den Beiträgen aus Praxis und Forschung. Alle, die ihr Fachwissen wollen, sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Die Autorinnen und Autoren stellen ihre Inhalte kostenlos zur Verfügung. Ein Redaktionsteam prüft neue Artikel, um die Qualität und Verlässlichkeit des Online-Nachschlagewerkes zu sichern.
Zusammenarbeit vieler Organisationen
Insgesamt neun Organisationen aus Deutschland und Österreich arbeiteten eng zusammen, um dieses umfassende Fachwissen zu bündeln. Hochstamm Deutschland e.V. war als einer der Partner an der Erarbeitung des Wikis beteiligt. Die Koordination Projekts übernahmen die Oberlausitz-Stiftung (Görlitz), der österreichische Verein ARCHE NOAH und die Stiftung IBZ St. Mari-enthal (Ostritz). Weiterhin waren beteiligt: Streuobst Österreich (Klosterneuburg), die BaumLand-Kampagne (Travenbrück), die Höhere Bundeslehranstalt und das Bundesamt für Wein- und Obstbau (Klosterneuburg) und die BUND Kreisgruppe Koblenz. Die Arbeit am Aufbau der Kategorien und die technische Realisierung wurden über das EU-Programm Erasmus+ finanziell gefördert.

Zum Streuobst-Wiki: https://streuobst-wiki.eu

Spannende Kulturlandschaftselemente im NSG Schönbuch-Westhang/Ammerbuch

Eine neu überarbeitete Reihe stellt zwölf Relikte vergangener Zeiten im Naturschutzgebiet Schönbuch-Westhang/Ammerbuch vor. Die informativen Texte verknüpfen geschichtliches mit z.T. aktueller Nutzung und Aspekten des Naturschutzes. Alle Ammerbucher finden die Reihe zeitnah im Amtsblatt. Für alle anderen Interessierten lohnt sich ein Blick auf die Seite des Bürgervereins Ammerbuch e.V.Folgende Themen erwarten Sie:

  • Burg Müneck
  • Alt-Weinberge bei Pfäffingen
  • Schwarzenburg bei Entringen: Burg oder Steinbruch?
  • Ausgemergelten Weinbergen hilft nur Mergel: Die Herdsteige bei Entringen
  • Ein alter Weiher im Rammertäle
  • Wie kommt der Gips ins Ammertal? Gipsbruch bei Entringen
  • Ein Fenster ins Innere des Schönbuch-Daches: Stubensandsteinbruch am Schönbuchspitz
  • Einmal Tübingen und zurück: Der "Tübinger Weg" bei Entringen
  • Was alles hinter einer Mulde steckt: Die Lehmgrube im Gewann "Im Hohen"
  • Das Land, wo die Apfelbäume blühen: Streuobstwiesen am Schönbuchtrauf
  • Eine Bank, aber doch nicht zum sitzen: Die Ruhbank an der Weißen Steige
  • Ein weißer Weg? Die Weiße Steige bei Breitenholz

  Unser Geheimtipp: Nach der Lektüre ein kleines Abenteuer starten und die Elemente in der Landschaft (be)suchen. 🥾
Viel Freude beim Entdecken der Heimat! 

Gemeinsam für gesunde Streuobstwiesen 🍎🌿

© VIELFALT e.V.

Der Natur- und Vogelschutzverein Wurmlingen e.V. (NVSV) und VIELFALT e.V. haben erneut zur Mistel-Schnittaktion am Pfaffenberg aufgerufen und viele fleißige Hände waren mit dabei.
Unter der fachkundigen Anleitung von Kreisobstbauberater Joachim Löckelt rückten Vereinsmitglieder und Helfer den teils massiven Mistelbefall auf einem großen Flurstück zu Leibe. Ein Dutzend Obstbäume wurde vollständig von Misteln befreit - baumschonend, sicher und hochprofessionell.Trotz eisigem Wind herrschte eine super entspannte und motivierte Stimmung. Alle waren mit Freude dabei und leisteten ihren Beitrag zum Erhalt der wertvollen Wurmlinger Streuobstwiesen. Als kleines Dankeschön durften alle Teilnehmenden ihren Lieblingsmistelzweig für die Adventszeit mitnehmen. Die übrigen Misteln gingen als Spende an den Jugendchor Wurmlingen e.V., der sie beim Adventsmarkt vor der St. Briccius-Kirche verkaufte.
Dies war bereits die 2. Schnittaktion im Jahr 2025, mit der wir gemeinsam die Ausbreitung der Mistel eindämmen denn: Die Mistel ist ein Halbschmarotzer und entzieht Obstbäumen dauerhaft Wasser und Nährstoffe, was deren Vitalität erheblich schwächt.
Danke an alle, die mit angepackt haben! Gemeinsam schützen wir unsere Natur. 

Eröffnung der Kelter des Obst- und Weinbauvereins Unterjesingen

Feierliche Eröffnung der neuen Kelter: Staatssekretär Andre Baumann, Minister Peter Hauk, Projektleiter und Vereinsvorstand Heinz Giringer sowie Landrat Joachim Walter durchschneiden gemeinsam das symbolische Absperrband © VIELFALT e.V.

Am 27. Juni eröffnete der Obst- und Weinbauverein Unterjesingen die neue Gemeinschaftskelter offiziell im Beisein zahlreicher Unterstützer und Förderer. In das Projekt flossen über 2.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden sowie finanzielle Zuschüsse und Spenden: 172.000 Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, 80.000 Euro vom Obst- und Weinbauverein selbst, 80.000 Euro aus privaten Darlehen, 60.000 Euro von der Stadt Tübingen und 23.000 Euro aus Spenden. Mit der neuen Kelter profitieren die über 180 Mitglieder des Vereins künftig von einer zentralen Anlaufstelle zur Verarbeitung von Weintrauben aus dem Steillagenweinbau und Streuobst. Die Räume bieten Verarbeitungs- und Pflegegeräte sowie Lagerplatz. Zudem wird die Wissensvermittlung betont, um Nachwuchswinzer zu fördern und Netzwerke zu bilden. Der Weinbaupräsident Dietrich Rembold verlieh dem Projektleiter und Vereinsvorstand, Heinz Giringer, die Goldene Ehrennadel. Am 28. Juni fand ein Weinfest mit Regionalmarkt für die Öffentlichkeit statt. Partner und Direktvermarkter aus dem Landkreis boten den Besuchern diverse Produkte an, von Bränden und Gemüse über Lammwurst und Fruchtaufstriche bis zu Eis und vielem mehr. Ein Highlight war das Kochmobil des Naturparks Südschwarzwald, das Kindern das Kochen näherbrachte. Die Archeschäferei und der Lernort Natur der Kreisjägervereinigung Tübingen stellten spannende Mitmachaktionen zur Verfügung. Ein herzlicher Dank geht an alle Aussteller und Helfer!

🌼🐝🌳 Wiesenspaziergang Unterjesingen 🌳🐝🌼

R. Wegerer erläutert, wie wichtige das Abräumen des Mähguts für artenreiche Wiesen ist.  © VIELFALT e.V.

Gut 30 Streuobstaktive waren am 3. Juni zu einem gemeinsamen Spaziergang durch die Unterjesinger Streuobstwiesen gekommen. Eingeladen hatte der Verein VIELFALT e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Tübingen und dem Obst- und Weinbauverein Unterjesingen (OWVU). Mit dem Projekt „A gmäht’s Wiesle“ wird seit 2021 versucht, private Stücklesbesitzer mit Landwirt*innen und anderen Flächenbewirtschafter*innen zusammen zu bringen. Die Idee ist einfach, die Umsetzung nicht ganz. Nähere Infos zum Projekt hier.Warum man den ganzen Aufwand betreibt, wurde gleich zu Beginn betont. „Die Schönbuchhänge zwischen Tübingen und Herrenberg mit ihren blumenbunten Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Kulturlandschaften Europas“, so Kolja Schümann, Geschäftsführer bei VIELFALT e.V. Um solche einzigartigen Landschaften sowie Tier- und Vogelarten zu schützen, rief die Europäische Union im Jahr 1992 die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ins Leben, durch welche sich die Mitgliedsstaaten verpflichteten, ihre jeweiligen artenreichen Gebiete unter Schutz zu stellen. So wurden auch die Schönbuchhänge bei Unterjesingen als FFH-Gebiet und als Vogelschutzgebiet ausgerufen.Durch die klassische Zweischnitt-Nutzung als Winterfutter sind diese blumenbunten Wiesen entstanden, die heute im EU-Sprech FFH-Mähwiese heißen und ihren Verbreitungsschwerpunkt in Baden-Württemberg haben. Für solche Wiesen gelte ein strenges Verschlechterungsverbot, so Ralf Wegerer von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Tübingen. Bei Unterjesingen haben sich seit der Schutzgebietsausweisung vor 20 Jahren leider viele solcher Wiesen durch Nutzungsänderung verschlechtert. Grund dafür sind verschiedenste Faktoren. Meist verschwindet dann die Blumenvielfalt und Gräser nehmen Überhand. Diese artenarmen Wiesen, sog. Verlustflächen, können nur durch eine traditionelle Mahd mit Abräumen oder durch eine professionelle Beweidung wieder zur blütenbunten Heimat von Schmetterlingen, Wildbienen und Heuschrecken werden.Doch wie schaffen es die Besitzer*innen der Grundstücke nun, ihre Wiesen wieder artenreich zu bekommen? Darum sollte es beim Spaziergang gehen.Ein Stopp führte die Gruppe zu einem blumenbunten Obststückle, welches sich typisch länglich und schmal, von Rainen eingeengt, von den benachbarten Stücken absetzt. Solche artenreichen FFH-Mähwiese beherbergen ca. 40 Kräuter- und Gräserarten und sind ein anschauliches Positivbeispiel, wie Ralf Wegerer aufzeigte. Glücklicherweise funktioniert hier die Zusammenarbeit zwischen der Besitzerin und einem örtlichen Landwirt ausgezeichnet. Ein Positivbeispiel, das Schule machen darf.Es wurde aber auch deutlich, dass nicht immer eine solche Kooperation entstehen kann. Niederstämmige Bäume und ein zu dichter Baumabstand mit oft tiefhängenden Ästen stehen der Bewirtschaftung mit Traktor, Mähgerät und Ladewagen im wahrsten Sinne des Wortes oft im Wege. Zudem ist es als Betrieb ohne eigene Nutztiere eine große Herausforderung, das Heu dann loszubekommen. Alternative Verwertungsformen sollen daher im Rahmen des Projekts perspektivisch erprobt werden.Im Gewann „Hegnabrunn“  werden private Grundstücke von einem Schäfer beweidet. Die Schafe kommen auf den steilen Flächen sehr viel besser zwischen den Bäumen hindurch als Maschinen. Da der Aufwand für eine solche Beweidung oder die maschinelle Bewirtschaftung sehr groß ist, kann dies im Rahmen des Modellprojektes in gewissem Umfang durch Naturschutz-Fördermittel ausgeglichen werden.Dass dieser besondere Lebensraum aber auch für Tiere sehr bedeutsam ist, erläuterte die Biodiversitätsberaterin des Kreises, Isabel Möhrle. Anschaulich verdeutlichte sie dies an den Beispielen von Wendehals, Hirschkäfer und Bechsteinfledermaus. Arten, die auf die strukturreichen Streuobstwiesen angewiesen sind und bei Unterjesingen nachgewiesen werden konnten. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich auch viele Eigentümer*innen auf ihren Wiesen wohl fühlen. Die Schönbuchhänge bei Unterjesingen sind allerdings auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, wodurch die Errichtung baulicher Anlagen, z.B. von Hütten und Zäunen, in der Regel nicht erlaubt ist. Zudem sind in Baden-Württemberg Obstwiesen-Gebiete ab einer Größe von 1.500 m² gesondert geschützt.Zum Abschluss versammelte sich die Gruppe nach zweistündigem Spaziergang im Vereinsgarten des OWVU. Dort gab es eine kleine Stärkung, u.a. mit besonderen Getränken made in Unterjesingen. Zudem konnte noch der Balkenmäher inkl. Bandrechen des OWVU betrachtet werden. Diesen hat sich der Verein angeschafft, um seinen Mitgliedern mit der Ausleihe des Geräts eine naturschutzkonforme Mahd zu ermöglichen. Auch an vielen Stellen der gemeinsamen Route verdeutlichte Heinz Giringer das bemerkenswerte Engagement des OWVU. An dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank für das wertvolle Engagement des OWVU.

Feierliche Eröffnung der Pyrolyseanlage der Arbeit in Selbsthilfe am Kastanienhof in Bodelshausen

© VIELFALT e.V.

Am Freitag, den 9.5.2025 wurde nach zahlreichen Jahren der Planung und rund einem Jahr Bau die Pyrolyseanlage zur Produktion von Pflanzenkohle in Betrieb genommen (nun steigt Rauch aus dem Schornstein auf). Diesen Moment der Freude hat ein großer Kreis von Mitstreitern und Förderern mit der AiS geteilt. Anwesend waren unter anderem Wolfgang Welte (Stiftungsvorstand und Geschäftsführer der Kbf), Marcus Hölz (Geschäftsführer der AiS), Landrat Joachim Walter (zugleich Vorstand von VIELFALT e.V. und somit von PLENUM im Landkreis Tübingen), Kolja Schümann (Geschäftsführer von VIELFALT e.V.), das Netzwerk Streuobst Mössingen e.V. (lieferten bereits 2014 im Rahmen des Projektes "Energiebündel und Flower Power" die Grundidee für das Heizkonzept) insbesondere Dieter Neth und Sabine Mall-Eder, Dr. Sibylle Kiefer (Abteilungsleiterin Abfallwirtschaftsbetriebe Landkreis Tübingen), Bürgermeister Florian King und Bürgermeister Michael Bulander, Vertreter des Maschinenrings, Prof. Dr. Michael Weiß vom Steinbeis Institut (Kooperationspartner für die Herstellung des "Edeldüngers" aus Rohkohle, Kompost & Wurzelpilzen) und viele mehr.
Das Förderprogramm PLENUM konnte die Anschaffung der Pyrolyseanlage mit 68.000 € bezuschussen, worauf wir sehr stolz sind!
Pro Jahr sollen 3.000 l Hackschnitzel aus der Landschaftspflege zu Pflanzenkohle verwertet werden. Ein Großteil hiervon wird von Streuobstwiese der Umgebung und trägt somit zum Erhalt dieser bei. Die Abwärme wird zur Hälfte für das Beheizen der Wohnhäuser, Gewächshäuser usw. am Kastanienhof genutzt. Die andere Hälfte trocknet das Hackschnitzel vor. Am Kastanienhof entsteht eine Einsparung von 360 t CO2 dank der Pflanzenkohleproduktion (6.000 Betriebsstunden Der Pyrolyseanlage pro Jahr). Thorsten Schelling ist zuständig für den reibungslosen Betrieb.Pro Tag werden rund 1,5 Kubik Rohkohle hergestellt. Ab Herbst soll diese teilweise zu einem "Edeldünger" weiterveredelt werden.Die AiS schafft mit diesem Vorhaben sechs nene inklusive Arbeitsplätze!

DVL veröffentlicht neue Streuobst-Wissensseite!

Auf der Webseite bündelt der DVL Streuobst-Praxiswissen mit dem Schwerpunkt Biodiversität und Klimaanpassung. Interessierte findet dort Schulungsunterlagen, Praxisanleitungen und Fachinformationen und können sich zu Online-Schulungen anmelden. Wissensseite und weitere Infos: https://www.streuobst.dvl.org/

Berichte vergangener Veranstaltungen

Kreistag mit deutlichem Votum für Naturschutz in der Regionalentwicklung

Ob das im Landkreis Tübingen seit 2013 umgesetzte das Landesprogramm PLENUM („Projekt des Landes Baden-Württemberg zur Erhaltung von Natur und Umwelt“) fortgeführt werden kann, stand aktuell im Kreistag des Landkreises Tübingen zur Abstimmung.Im Gremium gab keine Zweifel, dass VIELFALT e.V. in den vergangenen Jahren als PLENUM-Geschäftsstelle und Landschaftserhaltungsverband (LEV) sehr erfolgreiche Arbeit geleistet hat, die es fortzuführen gilt. In enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung wird das Leitmotto „Schützen durch Nützen“ im Landkreis Tübingen gelebt.So konnten bisher z.B. zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe, Wengerter, Landschaftspfleger*innen, Naturschutz-, Obst- und Gartenbauvereine etc. bei ihren umfangreichen Investitionen in Gerätschaften für die Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstwiesen und anderen Extensivflächen unterstützt werden. Solche Investitionsförderungen und neue konzeptionelle Ansätze setzen seither wichtige Impulse für eine naturschutzorientierte Regionalentwicklung, die Offenhaltung unserer Kulturlandschaft und die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Insgesamt wurden bis Ende 2022 Fördermittel in Höhe von insgesamt knapp 2,1 Mio. für beachtliche 366 PLENUM-Projekte ausgezahlt. Dass dabei auch einige sinnstiftende Beschäftigungsverhältnisse für Menschen mit Behinderung entstanden sind, ist ein besonderer Gewinn!Diese Bilanz überzeugte am 29.03.2022 den Kreistag ohne Diskussion. Mit großer Zustimmung ist das Gremium der einstimmigen Beschlussempfehlung des Verwaltungs- und Technischen Ausschusses (01.03.2023) gefolgt und hat zugesagt, von Juni 2025 bis Dezember 2027 die Finanzierung des PLENUM-Personals (inkl. Betriebskostenanteil) vollständig zu übernehmen. Diese großzügige Zusage sichert dem Landkreis Tübingen weitere 200.000 Euro Landesmittel für die Projektförderung. Mit der Unterstützung werden beste Voraussetzungen geschaffen, angestoßene PLENUM-Projekte langfristig tragfähig zu machen, weitere innovative Ideen auf den Weg zu bringen und entwickelte Strukturen zu verstetigen. So können erfolgreiche Ansätze weiterverfolgt werden, um bspw. zukunftsfähige Konzepte für die Nutzung von Streuobstwiesen und eine erfolgreiche Vermarktung naturverträglich erzeugter Regioprodukte zu entwickeln.Wir danken dem Kreistag für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns nun auf die verbindliche Mittelzusage vom Land Baden-Württemberg.

Erfolg: Aussterben des Rebhuhns im Landkreis Tübingen vorerst gestoppt. Das von PLENUM geförderte NABU-Projekt endete am 25.11.2022 mit der Abschlussveranstaltung an der Hochschule für Forstwirtschaft (HFR)– die Schutzbemühungen sollen verstetigt werden

Mit vereinten Kräften für das Rebhuhn! 

Ist das Rebhuhn noch zu retten? Die Chancen sind jedenfalls gestiegen, dass sich in Baden-Württemberg wieder eine größere Population des gut getarnten Bodenbrüters entwickeln kann. Wichtige Vorarbeiten dazu hat ein Projekt im Landkreis Tübingen geleistet, das zum Jahreswechsel endet. Dort liegt einer der letzten Verbreitungsschwerpunkte des Brutvogels im Land. Statt den Artenschwund nur zu beklagen, haben sich verschiedene Akteure gemeinsam auf den Weg gemacht. Mit einigem Erfolg: „Das drohende Aussterben des Rebhuhns im Landkreis Tübingen konnte vorerst verhindert und der seit den 1980er Jahren kontinuierliche Rückgang erstmalig gestoppt werden. Noch können wir das Rebhuhn retten. Doch dies geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Zeit drängt!“, sagt Projektleiterin Karin Kilchling-Hink. Ihre Projektkollegin Dr. Sabine Geißler-Strobel ergänzt: „Der Erfolg ist hart erkämpft. Es leben zwar wieder mehr Rebhühner im Projektgebiet als vor sechs Jahren, aber von einer langfristig stabilen Population mit zirka 250 Rebhuhnrevieren sind wir mit den aktuell 41 Revieren noch weit entfernt.“ Das Kooperationsprojekt „Rebhuhnschutz im Landkreis Tübingen“ wurde 2017 gestartet und nach zwei Jahren Laufzeit um zweimal zwei Jahre bis 31.12.2022 verlängert. Es wurde durch PLENUM Tübingen gefördert, vom NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen getragen und in Kooperation mit VIELFALT e. V., der Initiative Artenvielfalt Neckartal (IAN) und dem Landratsamt Tübingen umgesetzt. Ziel war es, das drohende Erlöschen des Rebhuhns im Landkreis zu verhindern, bei Landwirtschaft, Politik und Bevölkerung ein Bewusstsein für die Bedürfnisse des Rebhuhns zu schaffen und sinnvolle Maßnahmen zu erproben und umzusetzen. Dass dieser Erfolg nur durch das besondere Engagement der regionalen Akteurinnen und Akteure möglich war, brachte der Tübinger Landrat Joachim Walter beim Treffen der Projektpartner zum Projektabschluss in Rottenburg mit seinem deutlichen Lob zum Ausdruck. „Ehrenamtliche machten sich mit Herzblut und Hoffnung im Frühjahr allabendlich auf Rebhuhnsuche. Landwirte auf ihrem Schlepper bereiteten das Saatbett für Blühmischungen. Naturschutzaktive und Kommunen stutzten die zu hoch gewordenen Gehölzkulissen. Ich danke Ihnen allen, auch jenen, die geholfen haben, den Fuchs als wichtigsten Beutegreifer des Rebhuhns in Schach zu halten.“ Die Erfahrungen aus dem Projekt sind auch in die Ausgestaltung der neuen Förderprogramme FAKT und LPR für Landwirtinnen und Landwirte ab 2023 auf Landesebene mit eingeflossen. Die Strahlkraft des Projekts mit Fachtagung und Politikberatung hat sogar bis nach Brüssel gereicht, wo auf EU-Ebene ein Schutzkonzept für das Rebhuhn erarbeitet wird. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.nabu-vogelschutzzentrum.de/projekte-partner/plenum-projekt-rebhuhn/

Pflegemaßnahmen an Amphibiengewässern

Der ABS (Amphibien/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-Württemberg e. V.) hat zur Hilfestellung für die Pflege von Amphibiengewässern, sowie alle etwaig auftretenden Fragen eine Dokumentation erstellt, welches hier mit den relevanten Informationen Antwort auf offene Fragen geben will. Dies soll helfen, die durch Amphibien genutzten Gewässer zu fordern und zu fördern um hier die Nutzbarkeit für die Amphibien zu sichern.„Handreichung zur Umsetzung von Pflegemaßnahmen an Amphibiengewässern“ ist hier zu finden.

Back to the roots und dann ab in die Zukunft: Modellprojekt für landwirtschaftliche Nutzung in Streuobstwiesen gestartet

Streuobstwiesen sind ein prägendes Element unserer Kulturlandschaft und überall im Landkreis zu finden. Um die artenreichen, blumenbunten Flächen auch für die Zukunft zu erhalten, braucht es allerdings eine regelmäßige, fachgerechte Pflege des Aufwuchses. Dies wird auf einigen Flächen bereits von engagierten Landwirt*innen praktiziert, auf vielen anderen Flächen fragen sich aber Wieseneigentümer*innen: wohin mit dem Wiesenaufwuchs? Um diese Situation zu verbessern, hat VIELFALT ein Projekt entlang der Schönbuch-Hänge gestartet, welches Grundstückseigentümer*innen und potenzielle Bewirtschafter*innen miteinander in Kontakt bringen möchte. So sollen Kooperationen entstehen, die den nachhaltigen Erhalt der artenreichen Wiesen sicherstellen und von denen gleichzeitig beide Seiten profitieren: Wieseneigentümer*innen müssen sich nicht mehr fragen, was mit dem Wiesenaufwuchs passieren soll und Tierhalter*innen haben mehr Futter für ihre Tiere zur Verfügung. Eine zukunftsfähige Win-Win-Lösung für die Streuobstwiesen entlang der Schönbuch-Hänge also.
Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Seite drucken nach oben